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Donnerstag, 30. Juli 2009

Bezahlte Israel-Propaganda

Die leidenschaftliche Unterstützung für Israel, wie sie in Talkbacks, Abteilungen der Websites, bei Internat Chat-Forums, Blogs, Twitterer und Facebooks ausgedrückt wird, mag nicht ganz so sein, wie es den Anschein hat.

Jonathan Cook, Nazareth, 22.7.09,
(dt. Ellen Rohlfs)

Vom israelischen Außenministerium wird berichtet, dass es ein Sonder-Undercover-Team mit bezahlten Arbeitern einrichtet, deren Job es sein soll, im Internet täglich rund um die Uhr zu surfen, um positive Nachrichten über Israel zu verbreiten.

Israelische Internetfans, von denen die meisten ihr Studium und ihren Militärdienst gerade hinter sich brachten und gute Sprachkenntnisse haben, werden rekrutiert, um als gewöhnliche Surfer zu posieren, während sie die Regierungslinie über den Nahost-Konflikt verbreiten. „Im Grunde ist das Internet eine Theaterbühne im israelisch-palästinensischen Konflikt, und wir müssen auf dieser Bühne aktiv sein, sonst verlieren wir,“ sagte Ilan Shturman, der für dieses Projekt verantwortlich ist.

Die Existenz eines „Internet-Kriegsteam“ kam ans Licht, als es in das diesjährige Budget des Außenministeriums eingeschlossen wurde. Über $ 150 000 wurden für das erste Stadium der Entwicklung beiseite gelegt mit einem wachsenden Fond im nächsten Jahr. Das Team steht unter der Behörde einer großen Abteilung, die sich schon offiziell mit „allgemeiner Erklärung“ befasst – im israelischem Terminus „Hasbara“. Gewöhnlich ist Propaganda damit gemeint. Das schließt nicht nur Regierungs- PR-Arbeit ein, sondern verschlossne Geschäfte, die das Ministerium mit einer Reihe privater Organisationen und Initiativen hat, die Israels Image in Druckmedien, TV- und im Internet fördern.

In einem Interview dieses Monats mit Calcalist, einer israelischen Handelszeitschrift, gab Herr Shturman, der vertretende Direktor der Hasbara-Abteilung des Ministerium zu , dass sein Team als verdeckte Ermittler arbeiten. „Unsere Leute werden nicht sagen ‚Hallo ich bin aus der Hasbara-Abteilung des israelischen Außenministerium und ich möchte euch folgendes sagen.’ Sie werden sich auch nicht als Israelis zu erkennen geben,“ sagte er. „Sie werden als Netz-Surfer und als Bürger sprechen und werden Antworten schreiben, die persönlich aussehen, die sich aber auf eine vorbereitete Liste von Botschaften gründet, die das Außenministerium entwickelt.“

Rona Kuperboim, eine Kolumnistin von Ynet, Israels bekanntester Nachrichten Website, denunzierte die Initiative und sagte: dies macht deutlich, dass Israel ein Gedanken-Polizei-Staat geworden sei. Sie sagte noch, dass „gute PR die Realität in den besetzten Gebieten nicht schöner machen kann. Kinder werden getötet, Wohnhäuser werden bombardiert und Familien verhungern.“ Ihre Kolumne wurde von mehreren Talkbakers begrüßt; sie fragten, wie sie sich für einen Job im Team des Außenministeriums bewerben könnten.

Das Projekt ist eine Bestätigung der PR-Praxis, die das Ministerium speziell für Israels Angriff auf den Gazastreifen im Dezember/ Januar entwickelt hatte. „Während der Operation Cast Lead appellierten wir an die jüdischen Gemeinden im Ausland und rekrutierten ein paar Tausend Freiwillige, denen sich israelische Freiwillige anschlossen,“ sagte H. Shturman. „Wir gaben ihnen Hintergrundmaterial und Hasbara-Material, und wir sandten ihnen den israelischen Standpunkt über Nachrichtenwebsites und über Umfragen im Internet.
Die israelische Armee hatte auch eine der populärsten Seiten bei der Video-Sharing-Seite YouTube und lud regelmäßig die Clips auf, obwohl sie von Menschenrechtsgruppen kritisiert wurden, weil sie den Zuschauer in die Irre führten über das, was in ihrem Filmmaterial gezeigt wurde. H. Shturman sagte, dass sich das Ministerium während des Krieges auf Aktivitäten europäischer Webseiten konzentrierte, wo das Publikum gegenüber der israelischen Politik feindseliger gestimmt waren. Auf seiner Liste ganz oben steht für das neue Projekt die BBC-online und arabische Websites, fügt er hinzu.

Elon Gilon, der dem Internet vorsteht, sagte zu Calcalist, dass viele Leute das Ministerium kontaktiert und ihre Dienste während des Gazaangriffes angeboten hätten. „Die Leute wollten nur Informationen haben. Und danach sahen wir, dass die Informationen im ganzen Internet verbreitet waren. Er deutete an, dass es da eine weit verbreitete Zusammenarbeit mit der Regierung gab, mit dem Ministerium für Einwanderer, das Hunderten von kürzlich nach Israel Eingewanderten Kontaktdetails weitergab, die Pro-Israel-Material für Websites in ihren eigenen Sprachen schrieben.
Vom neuen Team wird erwartet, dass es die enge Koordination mit einer privaten Befürwortergruppe giyus.org („Gebt Israel eure gemeinsame Unterstützung“) Über 50 000 Aktivisten haben nach einem Bericht ein Programm mit Namen Megaphone heruntergeladen, das ihre Computer alarmiert, wenn ein kritischer Artikel über Israel veröffentlich wurde. Man erwartet dann von ihnen, das sie die Website mit Kommentaren bombardieren, die Israel unterstützen.

Nasser Rego von ILAM, einer Gruppe, die in Nazareth zu Hause ist, und die die israelischen Medien überwachen, sagte, arabische Organisationen wären in Israel unter denen, die regelmäßig von der Hasbara-Gruppe zum sog. „Rufmord“ gezielt angegriffen werden. Er war daran interessiert, dass das neue Team versuchen werde, solch eine Arbeit professioneller und überzeugender erscheinen zu lassen. „Wenn diese Leute sich nicht richtig vorstellen, dann können wir annehmen, sie werden sich nicht allzu sehr über die falsch dargestellten Gruppen und Individuen, über die sie schreiben, aufregen. Was sie wollen, ist klar: sie wollen jene in Diskredit bringen, die für Menschenrechte und Gerechtigkeit für die Palästinenser stehen.

Als die Nationale den Außenminister anrief, leugnete Yigal Palmor, ein Sprechet, die Existenz eines solchen Internet-Teams; Er gab jedoch zu, dass Offizielle dabei sind, die Medien besser auszunützen. Er lehnte es ab, welche Kommentare durch H. Shturman oder H. Gilad von den hebräischen Medien nicht richtig dargestellt worden sind und sagte, die Ministerien würden wegen der Berichte nicht aktiv werden.

Israel hat eine immer raffinierter werdende Methode für neue Medien entwickelt, als es eine „Brand-Israel“-Kampagne 2005 startete. Marktforschung überzeugte Funktionäre, dass Israel mit guten Nachrichten kommen sollte und zwar über Geschäftserfolge, wissenschaftliche und medizinische Durchbrüche, bei denen Israelis beteiligt sind. H. Shturman sagte, sein Mitarbeiterstab würde versuchen, Websites zu nützen, um Israels Image zu verbessern, als ein (hoch-)entwickelter Staat, der die Qualität der Umwelt verbessert und sich der Menschlichkeit widmet.“
David Saranga, Chef des PR beim israelischen Generalkonsulat in New York, der den Anstoß gab, mehr optimistischere Nachrichten über Israel zu geben, behauptete letzte Woche, dass Israel im Nachteil gegenüber pro-palästinensischer Fürsprache sei. Ungleich der muslimischen Welt, die hundert Millionen Unterstützer hat, die das palästinensische Narrativ akzeptiert, um Israel mies zu machen, hat die jüdische Welt nur 13 Millionen,“ schrieb er in Ynet.

Israel macht sich besonders deshalb Gedanken, weil die Unterstützung in der jüngeren Generation in Europa und den USA weniger wird.
2007 stellte sich heraus, dass das Außenministerium hinter einem Photo her ist, das in MAXIM, einem bekannten Männermagazin, veröffentlich wurde, in dem eine Soldatin im Badeanzug posiert.


http://palestinechronicle.com/view_article_details.php?id=15293

Dienstag, 28. Juli 2009

Der tägliche Kampf gegen die Besatzung



Wir sehen den täglichen Kampf palästinensischer Menschen, die unter dem Regiem Israels zu leiden haben. Unkommentiert mag das Video nicht viel sagen, ja einige kämen sogar auf die Idee, dass das Verhalten bei einer solche Sachbeschädigung und Grenzverletzung vollkommen richtig sei. Doch dies käme nur einem uninformierten und ignoranten Mensch über die Lippen, der keinen blassen schimmer von der Lage im Gaza hat.

Was wir hier sehen ist eine Demonstration Gaza-Inhaftierter Menschen, die dagegen protestieren, dass ein Zaun auf ihrem Land errichtet wurde. Dieser Zaun geht mitten durch palästinensisches Gebiet und schneidet die Bevölkerung vom Rest ihres eigenen Landes ab. Die Planung sieht vor, dass auf diesem besetzten Landsstreifen eine israelische Mauer errichtet wird.

Das Video zeigt also keine Grenzverletzung und Sachbeschädigung israelischer Gebiete, sondern genau umgekehrt, diese Art von Verletzung auf Seiten der Israelis. Hinzu kommt die illegale Entführung von Palästinensern, die in Folge in geheime Militär-Gefängnisse wandern, in denen Folter geduldet und legitimierter Alltag ist. Ganz bezeichnend an diesem Material ist die Tatsache, dass wir verdeckte israelische Einsatzkräfte finden, die sich als Demonstranten unter die Reihen mischten.




Peace, Propaganda & The Promised Land







Der israelische Polizeistaat

Montag, 27. Juli 2009

Eine einzige Schmutzkampagne!

Felicia Langer, der verdienten israelischen Menschenrechtlerin und Friedensaktivisten, wurde am 16 Juli von Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz verliehen. Sie ist bekannt für ihre Kritik an Israel und setz sich seit Jahren für eine Menschenwürdige Situation in Nah-Ost ein. Ihre Artikel und Briefe werden meistens kontrovers gehandelt, doch nicht etwa, ob ihres aufrichtigen Inhalts und Bemühens, sondern schlicht und einfach, weil sie der herrschenden Heuchelei widersprechen, die im allgemeinen seine Wirkung zu entfallten sucht.

Sie ist kein Zionist und unbedingter Verteidiger israelischer Interessen auf Kosten anderer Völker und das stört die Riege der unantastbaren Elite israelischer Meinungsmache.

Jene Riege, die sich unmittelbar entrüstet und schockiert zeigte, über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. Jene Riege, die seitdem über Frau Langer herzieht und mit einer Diffamierung nach der anderen Aufwartet. Dazu zählen Israels Politiker genauso wie der Zentralrat der Juden.

Kontroverse um Bundesverdienstkreuz




Da hagelt es Worte wie diese:

«Langer hat über Jahre immer wieder Kräfte unterstützt, die Gewalt, Tod und Extremismus befürworten», sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, dem Berliner «Tagesspiegel» (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. Jedem, der ihr einen Orden verleihe, müssten «die Konsequenzen bewusst sein, wenn man Intoleranz und böse Absichten nachträglich legitimiert».


«Das ist ein Schock», kritisierte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, am Dienstag im Internetportal «Spiegel Online». «Deutschland hat damit jemanden ausgezeichnet, der professionell, chronisch und obsessiv die Dämonisierung Israels betreibt», sagte Graumann. «Sie trägt ihr Jüdischsein als Fahne vor sich her - doch ihre jahrelange Israel-Hetze macht das nicht besser.»


Auch unter jüdischen Intellektuellen rief die Entscheidung heftige Kritik hervor. Die Publizisten Ralph Giordano und Arno Lustiger drohten laut «Spiegel Online» Bundespräsident Horst Köhler in einem Schreiben, ihre eigenen Bundesverdienstkreuze zurückzugeben, wenn Köhler Langer den Orden nicht wieder entzieht.







Die Junge Welt äußert sich treffend:

Sie bezeichnet Israel als »Apartheidstaat«. Und sie kritisiert die Instrumentalisierung deutscher Schuldgefühle durch die israelische Politik. In ellenlangen Pamphleten werden die Äußerungen der »militanten und fanatischen Israel-Hasserin« (Graumann) und »Bundesverdienstjüdin 1. Grades« (Honestly Concerned) »vorgeführt« und moralisch abqualifiziert, ohne daß auch nur der Versuch einer sachlichen Widerlegung ihrer Positionen unternommen wird. Die Intensität und Gehässigkeit der Kampagne lassen vermuten, daß das letzte Wort zu dieser Ehrung wohl noch nicht gesprochen ist.


Junge Welt





Hier ist noch ein wunderbarer Artikel / offener Brief gegen diese Schmutzkampagne, vorallem gegen den Zentralrat:



Antwort auf die Kritik des Zentralrats-Vize an Felicia Langers Ehrung:

„Ich als Jude schäme mich“
Von Abraham Melzer

Herr Dr. Dieter Graumann,
was Sie nachvollziehen können oder nicht verstehen wollen, ist absolut belanglos. Wer sind Sie schon im Vergleich zu Felicia Langer, die den „Alternativen Nobelpreis", den „Bruno-Kreisky-Preis" und jetzt das „Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" für ihre Verdienste erhalten hat? Welche Verdienste können Sie vorzeigen, außer Beleidigungen und Diffamierungen einer Person, die sich ihr Leben lang für einen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt? Sie leben in Frankfurt, Berlin oder München und haben wahrscheinlich noch niemals eine arabische Stadt in den besetzten Gebieten oder gar in Israel selbst, besucht, besichtigt oder nur zufällig durchgefahren. Sie haben keine Ahnung, wie es dort zugeht, aber Sie haben eine Meinung, wie es dort zugehen sollte. Ihre Meinung ist aber so bedeutungslos, wie die gefärbten Haare von Frau Knobloch, ihrer Vorgesetzten, die ebenfalls noch nie einen Palästinenser in seiner natürlichen Lebensumgebung gesehen hat, dafür aber sehr genau weiß, dass er dort nicht hingehört, weil das Land jüdisch sei und ihre „geistige Heimat". Bedauerlich für Sie und für Frau Knobloch, dass Sie in einem Land leben müssen, das nicht ihre geistige Heimat ist, sondern, wie es Broders Brandstifter in seiner hämischen und wütenden Kritik an der Ordensverleihung an Felicia Langer genannt hat: „im Nachfolgestaat des Dritten Reiches".

Sie beteiligen sich an der Hetze und Jagd auf jüdische Dissidenten wie Uri Avnery oder Felicia Langer, die Sie eine „aggressive Hetzerin" gegen den jüdischen Staat, und eine bösartige Israel-Hasserin nennen. Während aber Uri Avnery schon vor Jahrzehnten eine Zweistaatenlösung forderte und Felicia Langer schon vor Jahrzehnten von Verbrechen israelischer Soldaten sprach, ist beides jetzt bei vielen Menschen angekommen, sogar bei Benjamin Netanjahu, dem Führer der Nationalfaschisten in Israel. Nur Sie und Ihr Verein scheinen geistig stehen geblieben zu sein, im primitivsten Stammtischhass, der auf Nichtwissen basiert. Wenn man aber in hundert Jahren die Namen Avnery und Langer noch kennen und ihre Bücher lesen wird, wird man längst vergessen haben wer Knobloch und Graumann waren, wie man heute nicht mehr weiß, wie der Gemeindevorsitzende in Amsterdam hieß, der Baruch Spinoza diffamierte und aus der Gemeinde hinaus warf. Sie haben Prof. Rolf Verleger aus dem Zentralrat hinausgeworfen, weil er zu Recht von Ethik und Moral sprach. Das war aber nicht ihre Ethik und nicht Ihre Moral. Das verstehe ich.

Heuchlerische Liebe zum Zionismus

Felicias Kritik an den unmenschlichen, ungerechten und rechtswidrigen Verhältnissen in Israel ist tausendfach wertvoller, als ihre heuchlerische Liebe zum Zionismus. Wenn Sie Zionist sind, dann gehen Sie doch nach Israel und erfüllen Sie sich und ihrer Familie diese Leidenschaft. Keiner hindert Sie heute daran. Zionist sein und in Deutschland leben und behaupten, dass das Land Israel den Juden gehört, wohl Ihnen (!), das ist perfide und unerträglich. Was Ralph Giordano, dieser selbstgerechte permanente schaltragender Besserwisser, gesagt oder geschrieben hat, ist genauso beschämend und perfide, wie manches, was er in letzter Zeit von sich gab und gibt. Seine islamophoben Ausrutscher in Zusammenhang mit dem Moscheebau in Köln haben sein wahres Gesicht gezeigt: Intolerant, überheblich und auf dem zionistischen Auge blind. Er kritisiert die Moral und Ethik der Palästinenser, dabei kann es zwischen Unterdrückten und Unterdrückern keine gemeinsame Moral geben, wie es auch zwischen Herren und Sklaven keine Gemeinsamkeiten geben kann, und ein Sklave jedes Recht für sich in Anspruch nehmen darf, um befreit zu werden. Die Strafaktion der Israelis gegen die wehrlose Zivilbevölkerung von Gaza wurde von Ihnen, Herr Dr. Graumann, gerechtfertigt und als Krieg gegen den Terrorismus bezeichnet. War vielleicht dieser Krieg der israelischen Armee selbst Terrorismus? Wäre es eine emotionale Übertreibung, wenn wir es so sehen würden, so emotional, wie die Worte jenes palästinensischen Diplomaten, der gesagt hatte, seine Landsleute seien heute die Juden der Juden? Und weil Felicia Langer das auch so gesehen hat und immer noch sieht, glauben Sie sich das Recht herausnehmen zu dürfen, sie zu diffamieren? Den Palästinensern wird von den Israelis genau das moralische Recht eines Volkes verwehrt, das sie für sich selbst in Anspruch nehmen und verteidigen. Felicia hat das schon ganz klar und deutlich gesehen und sich dagegen gewehrt, als Sie, Herr Graumann, noch bei jeder siegreichen Aktion der israelischen Armee einen Orgasmus bekamen.

Die Moral der Opfer und der Täter

Es ist aber nicht nur die Freiheit eines Volkes, die den Palästinensern verwehrt worden ist. Eine weitere Sache, auf die Felicia Langer immer wieder hingewiesen hat und ihren Finger in die offene Wunde des israelischen Volkes gelegt hat, ist Achtung und Selbstachtung. Es ist der § 1 unseres deutschen Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Für sich selber, Herr Graumann, nehmen Sie das gerne in Anspruch und genießen die Freiheit, in der wir hier leben, aber einem anderen Volk, den Palästinensern, wollen Sie es nicht gönnen. Als Opfer von Rassismus scheinen einige Juden von ihren Peinigern gelernt zu haben. Sie schweigen dazu, weil sie es nicht sehen oder weil sie es nicht sehen wollen. Die Selbstmordattentate verzweifelter und hoffnungsloser Palästinenser hat Felicia immer verurteilt, so auch ich und andere, aber wie soll sich ein Volk verteidigen, das keine Flugzeuge hat, die über Wohngebiete tonnenschwere Bomben abwerfen können? Noch mal zur Klarstellung: Die Moral der Opfer kann nicht dieselbe sein, wie die Moral der Täter. Und dass die Israelis Täter sind, hat selbst Henryk Broder, ihr Schützling, zugegeben.

Und nun bekommt Frau Langer das Bundesverdienstkreuz! Da staunen Sie und es verschlägt Ihnen die Sprache. Hätten Sie es vorher gewusst, dann hätten Sie sicherlich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um es zu verhindern. Gott sei Dank haben Sie es aber nicht vorher gewusst, wir haben alle dicht gehalten. Für Sie ist es ein „Fatales Signal", für uns ist es aber ein Glücksfall, der unseren Kampf für ein gerechtes Israel salonfähig macht, auch wenn Sie und Frau Knobloch sich grau ärgern, Herr Graumann.

Stellen Sie sich vor, der Bundespräsident hat für die Verleihung nicht die Genehmigung des Zentralrates eingeholt. Muss er nun dafür büßen? Ja, die berechtigte Kritik, die gerade in den letzten Tagen durch die Zeugenaussagen der Soldaten, die das Schweigen brechen, in allen seriösen deutschen Zeitungen von der taz bis zu FAZ erschienen ist, legitimiert jetzt Felicia Langers Kritik, auch wenn es Sie ärgert und frustriert. Und Ihre unverschämte und hilflose Kritik interessiert uns nicht die Bohne. Wenn sich dabei Ihre zionistischen Gefolgsleute wohlfühlen, sei es drum…

Ja, ich bin rasend vor Wut über Ihre unqualifizierte, infantile Kritik, wo Sie es auch noch wagen die Tatsache, dass die Landesregierung Felicia Langer „als massiv vom Holocaust betroffene" Person geschildert hat. Darüber sollten Sie vom Zentralrat eigentlich stolz sein, aber nein, Sie stehen hinter den primitiven Lausbuben, die Felicia eine „Bundesverdienstjüdin" nennen oder Dr. Hajo Meyer einen „Berufsüberlebenden". Lieber eine Bundesverdienstjüdin und lieber ein Berufsüberlebender, als ein Berufsjude wie Sie und Ihre Chefin, die große Weltpolitik machen will und sich damit nur lächerlich macht und alle von ihr vertretenen Juden mit. Da bin ich froh und dankbar, dass ich in Ihrem Club der Toten Hosen nicht Mitglied bin.

Wenn der Ehrenzionist auf Lebzeiten, Arno Lustiger, immer wieder in Verbindung mit Auschwitz gebracht wird, dann ist das für Sie wohl keine "Vermischung, die ausgesprochen unsensibel, unklug und unglücklich ist, um es noch sehr milde auszudrücken". Warum eigentlich? Nein, Herr Graumann, es wird keine neue Mode eingeleitet. Es werden nur die Maßstäbe zurechtgerückt. Sie selber sagen doch: Sachliche Kritik an konkreter israelischer Politik ist natürlich immer legitim - und ist immer am lautesten in Israel selbst zu hören.

Und wer könnte Israels Politik besser, sachlicher, kenntnisreicher und authentischer kritisieren als Felicia Langer, die über ein viertel Jahrhundert als Anwältin Opfer der israelischen Gewalt und Ungerechtigkeit vor israelischen Gerichten verteidigt hat? Wenn bei uns jemand sagen würde, dass Bertold Brecht, Erich Maria Remarque, Thomas Mann und andere „nützliche Idioten" der Alliierten bei der „Delegitimierung" von Nazi-Deutschland gewesen seien, dann würden wir ihn einen Neo-Nazi nennen und mit ihm nichts zu tun haben wollen. Dabei haben diese oben genannten deutschen Autoren und Intellektuellen tatsächlich für nichts weniger plädiert und gearbeitet als für das Ende des Dritten Reiches.

Felicia Langer und Uri Avnery, Ilan Pappe, Moshe Zuckermann und Avram Burg, der immerhin einmal Präsident der Jewish Agency war, kämpfen seit Jahren und Jahrzehnten, für eine andere Politik in ihrem eigenen Land und nicht für dessen Delegitimation und nicht für dessen Ende und schon gar nicht für die „politische Endlösung der Judenfrage", wie Ihre Schützlinge geschrieben haben. Felicia Langer liebt Israel, so wie ich und wie alle anderen oben Genannten, und wir leiden an seiner ideologischen Verblendung. Sie sitzen hier in Deutschland und wagen es, solche Leute zu kritisieren, die ihr Leben für dieses Land eingesetzt haben und im Falle Felicia Langer, ihre Gesundheit. Woher nehmen Sie diese „jüdische Chuzpeh"? Allein wegen dieser Beleidigung, nicht etwa von Felicia Langer, sondern wegen der Beleidigung aller anständigen und mutigen Menschen, sollten Sie sich schämen einen solchen perfiden Brief veröffentlicht zu haben. Und dann ausgerechnet bei dieser unsäglichen Mackartistischen Organisation „honestely concerened". Diesen Typen will ich noch nicht einmal nachts begegnen und Ihr Klübchen macht in der Person von Samuel Korn Diskussionsveranstaltungen. Ihr Verein sollte sich tatsächlich schämen.
Ich als Jude schäme mich, solche Vertreter zu haben, für die ich mich immer wieder entschuldigen muss, obwohl sie gar nicht meine Vertreter sind. (PK)


Neue Rheinische

Dienstag, 7. Oktober 2008

Juden zum Zionismus



Hier äußern sich gläubige Juden zum Zionismus und dem Staat Israel. Gläubige Juden wollen keine Feinde, sie wollen in Frieden leben. Für sie sind Moslems keine Feinde, entgegen den Ansichten der Zionisten, die mit ihrer politischen Agenda Feinde suchen, Krieg und Hass schühren. Es ist kein Kampf der Religionen, es ist ein rein politisch motivierter Kampf. Juden konnten auch ohne den Staat Israel gut und glücklich in Ländern wie dem Iran, Ägypten, Marokko, Tunesien etc leben. Es sind die Zionisten, die sich der Symbole und der Sprache der Juden bemächtigen, um im Namen der gläubigen Juden Kriege zu entfachen.